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Taijiquan/Qigong

 

 

Was ist Taijiquan?

Taijiquan (chin. Tai Ji - Höchstes, Letztes, Quan – Faust auch Tai Chi Chuan geschrieben), im Deutschen oft ungenau übersetzt mit "Schattenboxen", ist eine alte chinesische Bewegungskunst. Entstanden aus den Selbstverteidigungsformen der "Nei jia" (Innere Schule) wurde das Taijiquan von jeher auch wegen seiner günstigen gesundheitlichen Wirkung ausgeübt. Der Begriff "Tai Ji" entstammt der daoistischen Philosophie und wird meist mit "das höchste Letzte" übersetzt. Dies bezeichnet das oberste Prinzip, die undifferenzierte Einheit vor der Entstehung der durch Yin und Yang symbolisierten Zweiheit.

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich unterschiedliche Taiji-Stile entwickelt. Diese waren zunächst reine Familienstile und wurden erst innerhalb der letzten hundert Jahre öffentlich bekannt. Der Chen-Stil gilt als das älteste (seit dem 17.Jh.) der überlieferten Taijiquan-Systeme. Neben dem Stil der Chen-Familie gibt es den Yang-, Sun- und Wu-Stil und weitere, weniger bekannte Familienstile.

In den fünfziger Jahren wurde als Ableitung aus dem Yang-Stil die „Peking-Form" entwickelt, die weniger kompliziert und daher leichter zu erlernen ist.

Mit dieser Form konnte sich das Taijiquan rasch auf der ganzen Welt verbreiten.

Innerhalb des Taijiquan werden Bewegungen in einer festgelegten Abfolge, der so genannten "Form", fließend ausgeführt. Zusätzlich zu den Handformen gibt es in jedem Stil zahlreiche Waffenformen (z.B. Schwert, Säbel, Hellebarde, Stock, Fächer). Die Bewegungen sind stets weich, rund, spiralförmig und spiegeln eine innere Ruhe und Gelassenheit wider. Keine Bewegung wird isoliert ausgeführt, vielmehr soll die Bewegung den ganzen Körper erfassen und vom Körpermittelpunkt, dem Unterbauch, gesteuert werden.

Beim Taijiquan wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass Be- und Entlastung der Füße durch das Körpergewicht klar sind und fließend, aber sorgfältig ausgeführt werden, so dass sich ein bruchloses Wechselspiel ergibt. Bei der Ausführung bleibt der Körper stets locker und leicht, aber nicht schlaff, während die Beine stets stabil und gefestigt stehen, aber nicht steif sein sollten. Die wichtigsten Prinzipien des Taijiquan sind:" Das Starke und Harte durch das Schwache und Weiche zu überwinden." „Die Wucht von einer Tonne mit einer Unze zurückzuweisen“ „Anpassung an den Stil des Gegners, um ihn durch seine eigenen Waffen zu schlagen."                      

Die Bewegungen des Taijiquan sind in der Regel bogenförmig also rund, bzw. spiralartig. So werden in der Bewegung selbst das Harte und das Weiche, das Kraftvolle und das Sanfte in sich vereinigt.

Was ist Qigong?

Qigong (chin. Qi – Lebensenergie, Luft; Gong - Übung, Fähigkeit, Arbeit zusammen also: Übung/Arbeit mit der Lebensenergie) ist ein komplexes System von Übungen, die dem Fluß des Qi dienen und dazu beitragen, die Lebenskraft zu stärken. Qigong wird in China als Sammelbegriff für verschiedene Übungen benutzt, die alle dieses Ziel verfolgen. Es wird unterschieden in stilles Qigong (Nei Gong) und Qigong in Bewegung (Dong Gong), das wiederum in hartes (von Übenden der Kampfkünste geübtes) und weiches Qigong unterteilt wird. Basis aller Qigong-Übungen ist eine Kombination von Atem- und Körperübungen mit der Meditation. Medizinisches Qigong ist wichtiger Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Erste historische Belege für Qigong finden sich schon in Ausgrabungsfunden, die mehr als zweitausend Jahre alt sind.

Vereinfacht dargestellt, können beim Qigong folgende Richtungen unterschieden werden (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

1. nach äußerlichen Erscheinungsbildern:

  • liegende Übungen
  • sitzende Übungen
  • stehende Übungen mit / ohne Bewegungen
  • Geh-Übungen;

2. nach den angewandten Methoden:

  • Entspannungsübungen
  • Meditationen mit unterschiedlichen Techniken
  • Atemübungen
  • konzentrative Übungen
  • Imaginationen
  • kraftbetonte Übungen, z.B. zur Stärkung der Muskeln

Trotz der Vielfalt der unterschiedlichen Arten und Methoden des Qigong gibt es zahlreiche gemeinsame Merkmale; unter anderem

  • bewusste Ausführung
  • exakte Selbstbeobachtun g
  • nüchterne Beurteilung der eigenen Fähigkeiten
  • ökonomische Arbeitsweise
  • meist langsame dem Atem folgende Ausführung

 

 

Aktualisiert am 5. August 2018